Kultur kennt keine Grenzen
Publiziert: 23.01.2012 | Kommentar abgeben
Dr. Beat Oberlin, Präsident der Geschäftsleitung
Die BLKB ist die Bank der Baselbieter. Und wir sind selbstverständlich auch die Bank für die ganze Region Nordwestschweiz. Wir schauen über die Grenzen hinaus: als Bank und als Sponsor. Darum unterstützen wir aus Überzeugung die Kultur in unserer Region. Kürzlich haben wir den Sponsoringvertrag mit dem Ballett Basel verlängert. Ballett und Pfyfferli, Viva Cello und Jodlerclub – in unserem Kulturverständnis hat alles Platz. Diese Unterstützung ist so breit wie die Kultur selbst: Geografisch und inhaltlich. Die Förderung der Lokalkultur im Oberbaselbiet ist für uns genauso wichtig wie die Unterstützung des Spitzenballetts in der Stadt. Denn beides ist Kultur, nur das Publikum ist ein anderes – genauso wie unsere Kundinnen und Kunden ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen.
Geld und Geist
Publiziert: 7.12.2011 | 5 Kommentare
Herbert Kumbartzki, Leiter Geschäftsbereich Finanzen & Riskoffice
Geld ohne Geist: Kann das auf die Dauer gut gehen? Herbert Kumbartzki ist Mitglied der Geschäftsleitung und leitet bei der BLKB den Geschäftsbereich Finanzen und Risk Office. Als ausgebildeter Finanzanalyst, Ökonom und Theologe hat er dazu eine klare Meinung.
Das Verhältnis von Geld und Geist ist spannungsvoll, wenn diese beiden überhaupt ein Verhältnis haben. Geld hat in einer Volkswirtschaft klassisch die Funktionen von Tauschmittel, Rechnungseinheit und Wertaufbewahrung. Mit dem Abschied vom Goldstandard hat die letzte Funktion stark an Vertrauen verloren. Inwieweit reines Papiergeld, welches nur durch das Versprechen einer Zentralbank bzw. einer Regierung gedeckt ist, noch Wert hat, wird gerade im Euroraum heftig diskutiert. Trotz allem hat in den letzten Jahrzehnten die Bedeutung des inneren Wertes des Geldes die Ökonomisierung aller Lebensräume vorangetrieben.
Es scheint so, als wenn der Mensch nur noch über seine Kaufkraft definiert wird. «Ich denke, also bin ich» (Descartes) wurde ersetzt durch: «Ich kaufe, also bin ich». Was früher die Religionszugehörigkeit war, ist heute die Gemeinschaft der Marke. Der klerikale Raum der Vergangenheit wurde ersetzt durch das Shoppingcenter, welches durch die neuen Hohepriester des Marketings glorifiziert wird. Gleichzeitig gewinnt das Thema Geist, salopp mit Ethik und Anstand gleichgesetzt, wieder an Bedeutung. Die Compliance-Abteilungen der Banken wachsen, da nun alles anständiger werden soll. Wirtschaftsethik wird zum Anlagethema und der Verein der ehrbaren Kaufleute in Hamburg findet immer mehr Zustrom.
Für die liberalen Denker der österreichischen Schule der Nationalökonomie wie Hayek und Ludwig von Mise gehörte die Ethik zu den Grundpfeilern einer liberalen Politik. Ob die ethischen Grundwerte auf dem Hintergrund einer Pflichtenethik die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellen (Kant), die Mündigkeit voraussetzen (Popper), die Fairness betonen (Rawls) oder von der Toleranz leben (Lessing), eine menschliche Gemeinschaft braucht ein gemeinsames Wertefundament, um sinnvoll gemeinsam leben zu können. In diesem Sinne führt die Einstellung «Ich kaufe, also bin ich» schnurstracks in den ethischen Abgrund. Und trotzdem: Ohne Geld (oder eine andere Form desselbigen) geht es nicht.
Die Banken, die ihr Geld mit Geld verdienen, müssen Diener der Realwirtschaft sein oder wieder werden. Die Umwandlung von Spargeldern in Investitionen gehört zu ihrer Kernkompetenz. Durch die Investitionen kann Neues geschaffen werden und können Bedürfnisse der Gesellschaft gedeckt werden. Es ist die Verantwortung der Banken, dieses Schmiermittel zwischen Sparern und Investoren in Gang zu halten. In diesem Sinne gehören Geld und Geist zusammen, damit gemeinsames Leben sinnvoll gestaltet werden kann.
Und was denken Sie? Ich bin gespannt auf Ihren Kommentar.
Tags: Anstand > Ethik > Fairness > Geist > Geld > Grundwerte > Investitionen > Kaufkraft > Ökonomisierung > Realwirtschaft > Spargelder > Toleranz > Wirtschaftsethik
Investmentbanken müssen abgetrennt werden
Publiziert: 16.11.2011 | 7 Kommentare
Dr. Beat Oberlin, Präsident der Geschäftsleitung