Saubere Energie aus Holzabfall

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Das Holzkraftwerk in Aarberg hat es in sich. Mithilfe aufwändiger Rauchgasreinigung werden hier belastete Holzabfälle umweltverträglich verbrannt und tausende Haushalte mit der so entstandenen Energie in Form von Heizwärme beliefert. Insbesondere das benachbarte Unternehmen profitiert: Durch die klimaneutrale Stromlieferung wird hier der nachhaltigste Zucker Europas produziert. Die BLKB unterstützt dieses nachhaltige Projekt mit einem Kredit.

Nicht nur in der Baubranche ist Holz ein beliebter Rohstoff. Das nachwachsende und umweltfreundliche Material überzeugt auch als Lieferant von nachhaltiger Energie. Denn das Waldgesetz sorgt dafür, dass Holzkraftwerke nur so viel Holz verwerten können, wie gleichzeitig nachwächst.

Doch was passiert, wenn es sich um schwerstbelastetes Altholz handelt, wie etwa Bahnschwellen, Leitungsmasten und Munitionskisten? Dieses darf nicht ohne Weiteres verbrannt werden, da die Schadstoffe nicht ausreichend gefiltert und in die Luft entweichen würden. Entsprechende Verbrennungsanlagen gab es in der Schweiz bisher nicht. Belastetes Altholz wurde meist zur Entsorgung ins Ausland gebracht, jährlich rund 450’000 Tonnen.

Diese Lücke schliesst ab sofort das schweizweit einzigartige Holzkraftwerk in Aarberg im Kanton Bern, das sämtliche Kategorien von Altholz verwerten kann. Dieses Leuchtturmprojekt wird von der BLKB und weiteren Schweizer Banken mit einem Kredit von 67.5 Millionen Franken unterstützt.

Keine kleine Summe, aber eine umso wichtigere Investition für die Zukunft und für nachhaltig erzeugte Energie. Kaum nötig zu erwähnen, dass dieses Projekt im Einklang mit der Energiestrategie 2050 des Bundes steht, die einen starken Ausbau von erneuerbaren Energien vorsieht.

Nach sieben Jahren Planung und Bauen ist eine spezialisierte Anlage entstanden, die ab sofort jährlich rund 70’000 Tonnen Holzabfall in Energie umwandeln kann. Eine wichtige Rolle spielt auch die aufwändige Rauchgasreinigung: Mehrere Verfahren sorgen dafür, dass die Schadstoffemissionen des Kraftwerks die strengen Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung massiv unterschreiten.

Klimaneutraler Zucker aus Aarberg

Durch die Einspeisung des Ökostroms in das Netz der BKW, können jetzt zahlreiche Haushalte in Aarberg mit Heizwärme beliefert werden, was für eine massive Reduktion von CO2-Emissionen sorgt. Doch das ist eigentlich nur ein positiver Nebeneffekt, denn das modernste Holzkraftwerk der Schweiz steht direkt neben dem Betriebsgelände der Schweizer Zucker AG und schafft durch diese Nachbarschaft einen wichtigen Synergieeffekt.

Entstanden ist dieses Pionierprojekt durch eine beispiellose Zusammenarbeit dreier gleichberechtigter Projektpartner. Neben der Schweizer Zucker AG sind das die Terra Nova GmbH, die sich um die Beschaffung des Altholzes kümmert, sowie die AG für Abfallverwertung AVAG.

Die erzeugte Energie wird als Elektrizität, Dampf und Heisswasser für die Verarbeitung von Zuckerrüben verwendet. Damit wird der Verbrauch fossiler Brennstoffe um unglaubliche 70 % gesenkt, denn bisher hat die Schweizer Zucker AG ihren Energiebedarf mit Erdgas gedeckt. Das spart wiederum 16’000 Tonnen CO2-Emissionen. Bei solchen Zahlen kommt Freude auf! Ein starkes Projekt und ein Vorreiter auf dem Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens.

Mehr Informationen gibt es hier: www.hkw-aarberg.ch

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Johanna Hunder

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