Säule 3a: Neue Möglichkeiten in der privaten Vorsorge

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Bald wird es möglich, auch nachträglich in die Säule 3a einzuzahlen. Damit wird die private Vorsorgesituation in der Schweiz weiter gestärkt.

In den vergangenen Jahren fanden die jeweiligen Reformen der Altersvorsorge keine politische Mehrheit und wurden nicht umgesetzt. Über den Sanierungsbedarf des Vorsorgewerkes herrscht jedoch Konsens und so laufen die Diskussionen über die Reformen der AHV und der beruflichen Vorsorge. Auch wenn derzeit vieles auf eine Einigung bzw. Umsetzung hindeutet, so sind die Änderungen in der AHV eher als Zwischenschritt zu einer nachhaltigen Reform zu verstehen.

Mit privater Vorsorge Steuern sparen

Zur Verbesserung Ihrer Altersvorsorge oder zur Finanzierung Ihrer Träume rund um den Ruhestand setzen Sie in einem ersten Schritt am besten auf den Aufbau der Säule 3a. Verfügen Sie über ein AHV-pflichtiges Einkommen und über einen Anschluss an eine Pensionskasse, so können Sie aktuell einen Beitrag von CHF 6’883 in die Säule 3a einzahlen und vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Ohne Pensionskassen-Anschluss können jährlich 20% des Erwerbseinkommens, beschränkt auf einen Maximalbeitrag von CHF 34’416, einbezahlt werden.

Wie viel spare ich effektiv?

In unserem Beispiel gehen wir von einer alleinstehenden Person aus, welche über ein Erwerbseinkommen von CHF 80’000 verfügt und einer Pensionskasse angeschlossen ist. Sie lebt in Liestal und spart über einen Zeitraum von 10 Jahren den Maximalbetrag von CHF 6’883. Der Einfachheit halber gehen wir davon aus, dass sich dieser Maximalbetrag im Laufe der Jahre nicht verändert. In diesem Fall beträgt die jährliche Steuerersparnis rund CHF 2’200, was nach 10 Jahren einer Ersparnis von ca. CHF 22’000 entspricht.

Beispiel: Person, alleinstehend, Alter 53, Einkommen 80’000 hat im Jahr 2021 ein Einkaufspotenzial von rund 88’000 Franken in ihre Säule 3a bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung mit 65 Jahren. (s. Chart 1). Wenn sie nun in den Jahren 2023, 2028 und bei ihrer Pensionierung im Jahr 2033 rückwirkend Einzahlungen von insgesamt 94’500 macht, kann sie von rund 25’000 Steuersparnissen profitieren (s. Chart 2). Diese Steuerersparnis reduziert sich noch um die bei der Auszahlung fälligen Steuer auf der Kapitalleistung. Zudem kann sie ihre Vorsorgesituation im Ruhestand deutlich verbessern.

Ist alles Steuerfrei?

Nicht ganz. Während dem Vermögensaufbau unterliegt das Kapital zwar nicht der Vermögenssteuer und auf den Zinsen oder Anlage-Renditen wird keine Einkommenssteuer erhoben, allerdings wird die Auszahlung des Guthabens mit einer Kapitalleistungssteuer erfasst. In unserem Fall beträgt die Steuer auf dem in 10 Jahren angesparten Kapital inkl. Zinsen von CHF 69’000 rund CHF 2’500.

Da die Steuertarife in der Regel progressiv sind, lassen sich die mit der Auszahlung fälligen Steuern optimieren. So ist es sinnvoll, ab einem gewissen Sparbetrag ein weiteres Konto zu eröffnen. Wir empfehlen dies ab einem Saldo von CHF 50’000.

Aufbau der Säule 3a bisher verpasst?

Es gibt viele Gründe, weshalb in der Vergangenheit nicht der gesamte Sparbeitrag geleistet wurde. Denkbar sind etwa fehlende Mittel zu Beginn der Erwerbstätigkeit oder eine berufliche Auszeit. Bisher liess es das Gesetz nicht zu, solche Versäumnisse nachzuholen.

Mit der Möglichkeit eines Einkaufes in die Säule 3a wird sich dies voraussichtlich im Jahr 2023 ändern. Ab dann können bestehende Lücken alle 5 Jahre durch eine zusätzliche Zahlung von maximal CHF 34’416 geschlossen werden. Voraussetzung für diese Einkäufe ist das Vorhandensein einer entsprechenden Lücke in der Vorsorge sowie ein AHV-pflichtiges Einkommen zum Zeitpunkt des Einkaufes.

Wie kann ich weiter optimieren?

Da Kontoguthaben derzeit bescheiden verzinst werden, lohnt sich die Prüfung einer Investition in Wertschriften. Aufgrund des langen Anlagehorizontes in der Säule 3a ist der Schritt in Richtung Anlagen besonders attraktiv. Zudem bietet Ihnen die BLKB Fonds, welche sich bei «Auszahlung» des Vorsorgeguthabens in das offene Wertschriftendepot übertragen lassen.

Beratung durch Fachperson lohnt sich

Unser Vorsorgesystem ist ziemlich komplex. Die Optimierung der Vorsorge beschränkt sich nicht nur auf die Säule 3a, sondern ist auch zum Beispiel auch mit der Pensionskasse möglich. Für eine grösstmögliche Planungssicherheit empfiehlt sich deshalb eine gesamtheitliche Betrachtung und somit eine auf Ihre persönliche Situation zugeschnittene Finanz- und Vorsorgeplanung. Unsere Finanzplanerinnen und Finanzplaner stehen Ihnen gerne zur Seite.

Vorstehende Angaben eignen sich zu Informationszwecken und ersetzen nicht die Beratung, einen Anlagevorschlag oder eine Empfehlung der BLKB.

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Adrian Simmen
Leiter Financial Planning bei BLKB
Adrian Simmen ist Leiter Financial Planning und Referent bei den BLKB-Vorsorgeforen. Seit vielen Jahren begleitet er Kundinnen und Kunden auf dem Weg in die Pensionierung. Seine Artikel kommen aus den Bereichen Vorsorge, Pensionierung und Steuern.

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