Leben auf wenigen Quadratmetern

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In einer Industriehalle im solothurnischen Luterbach entsteht derzeit ein neues Zuhause. Das Tiny House ist nicht viel grösser als ein Wohnmobil, wird am Ende aber alles beinhalten, was der Bauherr im Baselbiet zum Leben braucht.

Tiny Houses sind kleine Häuser mit 15 bis 45 Quadratmetern Wohnraum. Im Vergleich zu einer normalen Wohnung oder gar einem Einfamilienhaus ist das winzig oder sehr klein, tiny eben. Im Norden Europas gibt es bereits Siedlungen, teilweise sind die Mini-Häuser modulartig übereinandergestapelt. Auch in der Region Basel bestehen Projekte für solche Siedlungen. Noch befinden sich diese aber in der Planung, wie wir vergangenen November im Artikel «Das Zuhause der Zukunft» in unserem Nachhaltigkeitsmagazin hüt&morn berichteten.

«Nachhaltigkeit ist nebst Individualität und dem Bedürfnis nach etwas Eigenem ein weiterer wichtiger Grund, weshalb Tiny Houses in den Fokus rücken», heisst es im hüt&morn. Und Matthias Buschle vom Basler Unternehmerduo «Bregy & Buschle» sagt: «Menschen leben dort auf kleinerem Raum als in einem herkömmlichen Haus und verbrauchen daher weniger Ressourcen.» Ausserdem würden Tiny Houses oft fast vollständig aus Holz gebaut, ein Trend, der auch beim Bau grosser Gebäude zu beobachten ist.

Auch das Tiny House, das in wenigen Wochen seinen Platz in Niederdorf einnehmen wird, besteht in erster Linie aus Holz. Der Bau mit vorfabrizierten Holzelementen ist CO2-neutral und ermöglicht eine kurze Bauphase. Durch die Verwendung von lokalem Holz aus dem Alpenraum sind die Transportwege entsprechend kurz. «Wir achten beim Bau darauf, dass der ökologische Fussabdruck möglichst kleingehalten wird», sagt Architekt Hugo Schumacher von Polyloft.

tinyhouse wird gebaut

Die Grundlage des Tiny Houses bildet ein Sechseck, hochkant aufgestellt. Auf diese Weise entsteht gegen oben eine komfortable Raumhöhe von 3,2 Metern, während der doppelte Boden alle Leitungen nahezu installationsfrei aufnimmt. Sechs identische Elemente als Aussenwände mit einer Breite von je 2,5 Metern schaffen eine Raumbreite von circa 4 Metern.

Bewilligungsverfahren an die Profis delegiert

Es ist derzeit nicht gerade einfach, für ein Tiny House in der Schweiz eine Baubewilligung zu erhalten. Aus diesem Grund hat der Bauherr nicht nur die Planung und den Bau seines neuen Zuhauses an das Team von BEATUS Architektur+ abgegeben, sondern auch die ganzen baurechtlichen Abklärungen an die Profis delegiert. «So kann ich mich auf die Dinge konzentrieren, die deutlich mehr Spass machen», sagt der Bauherr. «Aktuell geht es gerade um die Farben und Oberflächen für mein Tiny House.»

Anfang Juni ist voraussichtlich dann schon Baubeginn und zwei Wochen später Bezugstermin. Viel Material wird der Neo-Tiny-House-Bewohner jedoch nicht in sein neues Zuhause mitnehmen. Schliesslich soll dort Platz fürs Leben sein.

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Pierre Kull
Mitarbeiter Produkt- & Prozessmanagement bei BLKB
Pierre Kull hat seinen Master of Business Administration abgeschlossen und arbeitet im Ressort Produktmanagement der BLKB. Er versorgt die Leserinnen und Leser regelmässig mit Beiträgen zu aktuellen Themen und Entwicklungen im Bereich Finanzierungen.

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