Ein Neustart mit emotionaler Achterbahnfahrt

0
1
0
Das Theater Basel startete 2020 ein neues Kapitel. Mit dem Wechsel des Intendanten kamen auch viele frische Künstlerinnen und Künstler nach Basel. Der Neustart unter Corona brachte einige Herausforderungen mit sich.

2020 markiert einen Schnitt in der Geschichte des Theater Basel. Nicht nur wegen Corona. Der Wechsel in der künstlerischen Leitung ist quasi der Start einer neuen Ära. Mit Benedikt von Peter hat das Theater Basel 2020 eine neue Leitung erhalten. Das bedeutet auch, dass viele Darstellerinnen und Darsteller wechseln. «In dieser Spielzeit kamen rund 60 neue Mitarbeitende ins Theater Basel. In gewissen Ensembles wurde fast die komplette Besetzung ausgetauscht», sagt Schauspieldirektorin Anja Dirks. Damit verändert sich das Gesicht des Theaters. «Wir alle haben uns darauf gefreut, denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, doch der Neustart glich mit Corona einer emotionalen Achterbahnfahrt.»

Erschwerte Umzugsbedingungen

Anja Dirks, Schauspieldirektion & Dramaturgie am Theater Basel. © Bild: Christian Knörr

Die neuen Mitarbeitenden starteten offiziell per Anfang August. Das heisst, jene, die bis dahin in die Schweiz einreisen konnten. Denn die Künstlerinnen und Künstler kommen aus der ganzen Welt, für jedes Land galten aber zeitweise andere Bestimmungen in Bezug auf Einreise und Quarantäne. Für die meisten fiel die Wohnungssuche und die Organisation des Umzugs auf den Lockdown im Frühjahr. «Es gab Fälle, da kam jemand im August zum ersten Mal nach Basel und zog in eine Wohnung, die er oder sie vorher nur von Bildern oder virtuellen Rundgängen kannte», erzählt Anja Dirks. Sie selbst habe auch Wohnungen für zukünftige Kolleginnen und Kollegen besichtigt und unterstützte sie, wo sie konnte. Fragen zu den Quartieren in Basel, Wohnungsbesichtigungen per Videocall, Abklärungen zu Flugverbindungen und Einreisebestimmungen beschäftigten Anja Dirks und ihr Team intensiv.

Das Theater als Mikado-Spiel

«Ein besonders schöner Moment war dann, als wir Anfang August mit fast allen den Einführungstag vor Ort machen konnten. Die Badges wurden verteilt, wir führten die Neuankömmlinge durch die Räumlichkeiten und konnten sie endlich richtig im Theater willkommen heissen», sagt die Schauspieldirektorin.

Bereits anderthalb Jahr vor einer Premiere fängt die Planung im Theater jeweils an. Jedes Glied muss ins andere passen. «Es ist wie beim Mikado-Spiel, wenn irgendwo etwas bewegt wird, hat das Auswirkungen auf andere», gibt Anja Dirks zu bedenken. Nach den Erfahrungen im Frühjahr und der Aussicht auf eine zweite Welle, war aber weiterhin Flexibilität gefragt. Zu den Highlights 2020 zählt Anja Dirks die Premieren, die im Herbst gefeiert werden konnten. Mit dem Anstieg der Corona-Fallzahlen kam kurz darauf jedoch erneute Planungsunsicherheit auf. Es fühle sich an, wie mit angezogener Handbremse unterwegs zu sein. «Corona war für uns wie ein Kontrastmittel: Es machte sichtbar, wo es Unklarheiten oder Probleme gibt, aber auch, wie viel Solidarität und Humor in der Theater-Familie da ist.»

Zum Saisonstart lud das Theater Basel die Bevölkerung zum Kennenlernen an den «utopischen Tisch» ein. Hier im Bild die neue Viererspitze im Schauspiel. © Bild: Ingo Höhn

Der Zauber einer Vorstellung

Im Dezember entschloss der Bundesrat eine erneute Schliessung kultureller Einrichtungen, nachdem das Theater Basel zwischenzeitlich aufgrund der Einschränkungen vor 50 und später sogar vor nur 15 Zuschauerinnen und Zuschauern gespielt hatte. Für die Angehörigen der verschiedenen Ensembles eine schwierige Zeit. «Natürlich gehören die Vorbereitungen und Proben auch dazu, aber die Darsteller leben für die Vorstellungen vor Publikum», betont Dirks. Nun, da das Theater in den unfreiwilligen Winterschlaf geschickt wurde, macht man sich bereit für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Die Produktion von Kostümen und Bühnenbildern geht weiter, es wird geprobt (unter Sicherheitsauflagen) und auch interne Generalproben fänden statt. «Die Kolleginnen und Kollegen sind auch ein tolles Publikum, aber es ist halt schon nicht das Gleiche. Der Zauber einer richtigen Premiere fehlt.» Umso mehr freuen sich Anja Dirks und alle am Theater Basel schon sehr auf den Moment, wenn wieder die erste richtige Premierenparty ohne Einschränkungen stattfinden kann.

Die BLKB ist offizielle Kulturpartnerin des Theater Basel

Sie unterstützt das Dreispartenhaus dabei, die Vielfalt des Theaters noch stärker für alle Generationen zugänglich zu machen. Mit der Förderung kultureller Institutionen will die BLKB einen Beitrag leisten, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken.

 

1
0
Teilen.
Patricia Rehmann
Spezialistin Unternehmenskommunikation bei BLKB
Patricia Rehmann hat Soziologie und Medienwissenschaften an der Universität Basel studiert und ist heute Spezialistin Unternehmenskommunikation bei der BLKB.

Eine Antwort geben