O Tannenbaum, wie nachhaltig bist du? | Teil II

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Bei der Wahl des Weihnachtsbaums ist es ratsam, sich Gedanken zur Nachhaltigkeit zu machen. In dieser zweiteiligen Serie gibt die BLKB Tipps, wie der Kauf eines nachhaltigen Weihnachtsbaums gelingt.

Alle Jahre wieder: Aus den Supermärkten der Region strömen im Advent hunderte Menschen mit Weihnachtsbäumen unter dem Arm, mit Bäumen im Einkaufswagen, festgezurrt auf dem Autodach, oder sorgfältig arrangiert im Veloanhänger. Die vielen Bäume sind schön, zweifelsohne, doch der brutal abgesägte Stamm will einfach nicht so recht in die weihnächtliche Idylle passen. Immer öfter sieht man drum in den letzten Jahren Menschen, die sich einen Baum im Topf kaufen. Einen, der seine Wurzeln behalten darf, und der auch nach Weihnachten weiter lebt.

Jedes Jahr denselben Baum

Solche Weihnachtsbäume in Töpfen gibt es zum Beispiel in der Gärtnerei der Stiftung LBB Lehrbetriebe beider Basel zum Ausleihen. „Das Prinzip funktioniert gut“, sagt die Ausbildnerin Diana Voyame. „Wir machen das seit drei Jahren und viele unsere Bäume gehen schon zum dritten Mal raus.“ Die Stiftung LBB liefert die Bäume im Raum Basel und holt sie nach Weihnachten wieder ab. Viele Familien wünschten sich fürs nächste Jahr genau denselben Baum – ein Wunsch, den sie gerne erfüllen. Für Diana Voyame bietet ein Weihnachtsbaum im Topf viele Vorteile: „Er wirft keine Nadeln ab und muss nicht entsorgt werden.“ Er sollte allerdings nicht länger als eine Woche drinnen gehalten werden und braucht regelmässig Wasser.

In der Frage, ob Weihnachtsbäume in Töpfen tatsächlich nachhaltiger sind als gefällte, scheiden sich die Geister. Stefan Oberholzer von der IG Suisse Christbaum gibt zu bedenken, dass Bäume in Töpfen sehr viel Flüssigdünger brauchen. Zudem würden sie den Schock von der Kälte in die Wärme oft nicht überstehen. „Wir von der IG Suisse Christbaum können nicht dahinter stehen, obwohl der Gedanke dahinter eigentlich ein guter ist“, sagt er. Die Erfahrungen der LBB Gärtnerei hingegen sind positiv. Sie seien derzeit sogar mit Besitzern von Weihnachtsbaumplantagen am Verhandeln, dass die Bäume nach einigen Jahren „Mietservice“ in eine reguläre Plantage umgepflanzt werden. Dort wachsen sie während rund zehn Jahren weiter und finden danach erneut eine Verwendung.

Zum Baum in den Wald?

Gerade jetzt, in der Corona-Pandemie, dürfte schon manch einem die Idee gekommen sein, den Weihnachtsbaum nicht ins Wohnzimmer zu holen, sondern zum Baum in den Wald zu gehen. Ob dies eine gute Idee ist? Raphael Häner, Geschäftsführer vom Verband für Waldeigentümer „WaldBeiderBasel“ sagt, er stehe Weihnachten im Wald eher skeptisch gegenüber. „Wer im Wald feiert, muss sich auf jeden Fall entsprechend der Regeln der Natur verhalten.“ Sprich: ruhig sein, auf den Wegen bleiben, öffentliche Waldplätze nutzen, und die Bäume auf keinen Fall schmücken.

Plastik oder Holz?

Eine Möglichkeit sind natürlich auch Weihnachtsbäume, die gar keine echten Bäume sind. Zum Beispiel solche aus Plastik. Auf diese angesprochen, winkt Stefan Oberholzer von der IG Suisse Christbaum jedoch ab. „Einen Baum aus Plastik muss man mindestens 20 Jahre lang wiederverwenden, damit er nachhaltiger ist als ein echter. Und wer macht das schon!“ Zudem würden die Plastik-Bäume oft aus China importiert, womit wir wieder bei den langen Transportwegen wären. Wenn`s kein echter Baum soll, sind die Holz-Weihnachtsbäume der Stiftung Weizenkorn hingegen eine gute Alternative. Beispiele davon sind in den Kundenzonen der BLKB-Niderlassungen zu sehen. Sie werden in geschützten Arbeitsplätzen hergestellt, sind durch und durch aus Holz, sind wiederverwendbar und garantiert nachhaltig.

 

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Patricia Rehmann
Spezialistin Unternehmenskommunikation bei BLKB
Patricia Rehmann hat Soziologie und Medienwissenschaften an der Universität Basel studiert und ist heute Spezialistin Unternehmenskommunikation bei der BLKB.

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