O Tannenbaum, wie nachhaltig bist du? | Teil 1

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Bei der Wahl des Weihnachtsbaums ist es ratsam, sich Gedanken zur Nachhaltigkeit zu machen. In dieser zweiteiligen Serie gibt die BLKB Tipps, wie der Kauf eines nachhaltigen Weihnachtsbaums gelingt.

Rote oder goldige Kugeln? Mit oder ohne Lametta? Mit Spitz oder ohne? Kerzen aus Wachs oder elektrisch? Echt oder künstlich? Gross oder klein? Die Wahl des Weihnachtsbaums kann ähnlich kompliziert sein wie das Bestellen eines Kaffees (pardon: Latte Macchhiatos, mit Sojamilch, ohne Koffein!) Bevor man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, konzentriert man sich aber am einfachsten auf eine einzige Frage: Nachhaltig oder nicht?

Ja was gilt es zu beachten, damit der gewählte Weihnachtsbaum möglichst nachhaltig ist? . Für Raphael Häner, Geschäftsführer vom Verband für Waldeigentümer „WaldBeiderBasel“ ist die Antwort klar: „Ein nachhaltiger Weihnachtsbaum ist ein Baum von hier, der nach ökologischen Kriterien gepflegt wird.“ Viele lokale Forstbetriebe und Bürgergemeinden ziehen Weihnachtsbäume gross und verkaufen sie zur Adventszeit an die Bevölkerung. Mit dem Kauf eines solchen Baums fällt die Ökobilanz weit besser aus als beim Kauf eines Baums aus Dänemark, der tausende Kilometer gereist ist. Zudem punktet er auch im sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit: „Den Baum von hier haben lokale Arbeitskräfte gepflegt und geschnitten“, gibt Raphael Häner zu bedenken.

Den Baum selbst aussuchen

Weihnachtsbäume aus der Region sind bei vielen lokalen Forstbetrieben erhältlich. Oft kann man sich seinen Baum sogar selbst aussuchen und schneiden, so zum Beispiel im Forstrevier Allschwil/vorderes Leimental. „Die Leute können sich auf unseren Plantagen umsehen und dann fällen wir den gewählten Baum gemeinsam“, sagt der Allschwiler Revierförster Markus Lack. Sich den Baum direkt aus dem Wald zu holen, ist in den meisten Fällen nicht möglich. „98 Prozent aller Schweizer Weihnachtsbäume wachsen auf Plantagen“, erklärt Raphael Häner von WaldBeiderBasel die Situation. Die Vorstellung, ein Weihnachtsbaum wachse im tiefen dunklen Wald, ist also vermutlich eine Reminiszenz aus Kindertagen.

In den Plantagen lebt`s

Weihnachtsbäume aus Plantagen sind aber durchaus sinnvoll, auch in puncto Nachhaltigkeit. „Für jeden gefällten Baum wird ein neuer gepflanzt“, sagt Raphael Häner, „und die meisten Weihnachtsbäume aus Plantagen sind unbehandelt.“ Zudem kann die Artenvielfalt zwischen den Bäumen sehr gross sein, dies bestätigt auch Stefan Oberholzer, Präsident der Interessensgemeinschaft IG Suisse Christbaum. Diese gibt an Weihnachtsbaum-Produzenten Empfehlungen ab, wie sie möglichst ökologisch produzieren können. Ihr Präsident sagt: „Wir haben zum Beispiel viele Spechtarten in den Kulturen, es wachsen Orchideen, es ist ein Lebensraum für tausende Heuschrecken, für Blindschleichen oder andere Kleinlebewesen.“ Es gehe oft vergessen, dass Weihnachtsbaumkulturen das Jahr über sehr ungestört seien und sich dort eine grosse Vielfalt an Tieren und Pflanzen entwickeln könne.

 

Was von Weihnachtsbäumen in Töpfen zu halten ist und ob es eine gute Idee ist, den Weihnachtsbaum im Wald zu besuchen statt ihn ins Wohnzimmer zu holen, erfahren Sie in der Fortsetzung dieses Artikels.

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Patricia Rehmann
Spezialistin Unternehmenskommunikation bei BLKB
Patricia Rehmann hat Soziologie und Medienwissenschaften an der Universität Basel studiert und ist heute Spezialistin Unternehmenskommunikation bei der BLKB.

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