Neues Leben im alten Haus

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Wie geben Hausbesitzer ihr Eigenheim am besten an die nächste Generation weiter? Ein Online-Informationsanlass mit BLKB-Experten zeigt mögliche Wege und die häufigsten Stolpersteine auf.

Karin S. hat einen Plan: In ihrem Haus, das sie 1960 mit ihrem Mann gekauft hat, soll sich endlich wieder richtiges Familienleben abspielen. Ihre drei Töchter sind längst ausgezogen, haben inzwischen ebenfalls erwachsene Kinder und ihr Ehemann ist seit zwei Jahren in einer Pflegeeinrichtung für Demente. Das Einfamilienhaus ist viel zu gross für die 80-Jährige. «Ich möchte, dass im Garten wieder Kinder spielen, dass das Haus mit Leben gefüllt wird.»

Das Haus ist in einer beliebten Wohngegend, ein Käufer wäre mit Sicherheit schnell gefunden. «Ich möchte nicht, dass das Haus einfach an Fremde geht», sagt die sechsfache Grossmutter und vierfache Urgrossmutter mit Vehemenz. Was ihr aber auch ganz wichtig ist: «Ich möchte nicht, dass es wegen des Hauses zu Streitigkeiten in der Familie kommt – beim Geld hört die Liebe leider oft auf.»

Viele Emotionen

Gerade bei attraktiven Liegenschaften gibt es meist einen oder mehrere Interessenten in der Familie, die das Haus gerne «übernehmen möchten», wenn die Grosseltern für ihren nächsten Lebensabschnitt ins Alters- und Pflegeheim ziehen. Doch wie kann verhindert werden, dass sich die übrigen Verwandten unfair behandelt fühlen? Worauf muss im Hinblick auf die künftigen Erben geachtet werden? Und wer hat bei so einer Entscheidung eigentlich alles ein Wörtchen mitzureden?

«Das Elternhaus oder ganz generell selbst bewohnte Liegenschaften sind naturgemäss mit Emotionen verbunden und so gibt es nicht selten den Wunsch, als Kind die elterliche Liegenschaft zu übernehmen», sagt Nachlassplanerin Laura Englaro. «Gibt es nur ein Kind, verfügt dieses über genügend Mittel und erfolgt der Verkauf zu einem marktgerechten Preis, benötigt man in erster Linie einen Notar, der den Kaufvertrag erstellt und diesen beim Grundbuch anmeldet.»

Doch in der Realität ist es oft einiges komplexer, weiss die Expertin: «Es sind mehrere Kinder im Spiel, die Liegenschaft wird zu einem «Familienpreis» verkauft, mit einer Hypothek belastet verschenkt oder die Eltern räumen sich ein Wohnrecht ein, um das Haus noch ein paar Jahre selber zu bewohnen.» Solche Vorgehensweisen sind nicht selten und bringen entsprechende Herausforderungen mit sich: «Es braucht eine akribische und seriöse Planung, um einerseits Unsicherheiten zu minimieren, andererseits nicht unnötig Geld auszugeben und vor allem den Familienfrieden überzustrapazieren.»

Gebündeltes Wissen am Online-Informationsanlass

Am Online-Informationsanlass «Übertragung von Liegenschaften» der BLKB erfahren Interessierte am 18. November 2020 direkt von Nachlassplanerin Laura Englaro und Steuerberater Frank Stuhr, auf was sie achten sollten. Der Anlass ist kostenlos, es braucht aber eine Anmeldung.

Bedürfnisse abholen und Erwartungen klären

Karin S. hat nach ausführlichen Gesprächen mit ihren Kindern inzwischen Gewissheit, dass von ihnen drei keiner am Haus interessiert ist. «Sie haben alle schon ein Zuhause – sind aber ebenfalls daran interessiert, dass das Haus in der Familie bleibt.» Bei ihren Enkeln gibt es zwei Familien, die sich für die Liegenschaft interessieren. Beide sind nun mit ihren Banken am klären, unter welchen Umständen ein Hauskauf für sie in Frage kommt. «Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden, die am Ende für alle passt», ist die Seniorin überzeugt.

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Nadja Schwarz
Leiterin Unternehmenskommunikation bei BLKB
Nadja Schwarz hat Kommunikationswissenschaften und Journalistik studiert und ist heute Leiterin Unternehmenskommunikation bei der BLKB.

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