Eine Welt, in der die Kinder den Takt angeben

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Kinder sind in der Regel sehr wissbegierig und möchten Neues ausprobieren. Das Projekt «Rhythmikwelt» von Michelle Konrad und Catherine Feger begegnet diesem natürlichen Impuls mit einem spielerischen Ansatz. Gemeinsam bieten die Pädagoginnen Kurse an, dank denen Lehrpersonen ihren Schützlingen mit Musik und Bewegung zum Lernen über alle Sinne und mehr Selbstbewusstsein verhelfen können. Ich habe mich mit Michelle unterhalten und in Erfahrung gebracht, wie sie die Kraft der Rhythmik in ihrem Berufsalltag nutzt und weshalb sie kürzlich eine Crowdfunding-Aktion lanciert hat, um dabei mobil zu bleiben. 

Eine ganzheitliche Methodik für eine ganzheitliche Entwicklung

Das Angebot der «Rhythmikwelt» richtet sich an alle, die in irgendeiner Form mit Kindern arbeiten und ihnen Freude beim Lernen vermitteln möchten. Es umfasst zehn verschiedene Kurse, die sich am Lehrplan 21 orientieren. Als pädagogisches Prinzip vermag die Rhythmik nämlich sämtliche Unterrichtsfächer miteinander zu verbinden. Mit der Vielfalt des Materials, das dabei zum Einsatz kommt, wollen die Kursleiterinnen ausserdem die Experimentierfreude entfachen und die Beziehung zu Lehrern und Schülern stärken. Zugleich zeigen sie auf, wie man einen Raum schafft, in dem 4- bis 8-jährige Kinder ohne Druck ihrer eigenen Spur folgen können.

Unterschiedlich im Wesen, verbunden im Denken und Fühlen

Obwohl Michelle in einer künstlerischen Familie aufgewachsen ist, schlug sie zunächst eine klassische Berufslaufbahn ein: Nach dem Abschluss des Lehrerseminars war sie als Primarlehrerin tätig.  Das machte ihr zwar grossen Spass, aber ihre grosse Begeisterung ist im künstlerischen Bereich. Aus diesem Grund entschloss sie sich dazu, den Studiengang Rhythmik an der Musikhochschule in Luzern zu belegen. An der Pädagogischen Hochschule in Zug unterrichtete sie nach Abschluss des Studiums «Rhythmik» und lernte dabei Chaterine kennen. Bald schon merkten die Frauen, dass sie trotz einiger Unterschiede Vieles gemeinsam haben. So glauben beide an die Notwendigkeit, den Körper und das menschliche Wesen stärker in den Unterricht miteinzubeziehen. Deshalb sind sie seither als Duo unterwegs, bepackt mit ihren Zauberkisten, in denen sie ihre Hilfsmittel verstauen.

Mehr als gute Noten

Entgegen der landläufigen Meinung lernt man nicht bloss mit dem Kopf, sondern auch über das Herz und den Körper. Michelle und Catherine wollen mit ihren Kursen alle Sinne anregen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Kindern und ihren Lehrern oder Eltern. Für ihr Projekt spricht zudem, dass sie keine Werbung machen müssen, um gefragt zu sein. «Wir haben uns während unserer Arbeitstätigkeit ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut», erzählt mir Michelle mit einem Augenzwinkern. «Darüber hat sich unser Angebot schnell herumgesprochen.»

Freie Fahrt mit einer Crowdfunding-Aktion

Weil die Pädagoginnen ihre Kurse oftmals da abhalten, wo ihre Kundinnen und Kunden zu Hause sind, fuhren sie bislang mit einem alten Citroën Berlingo quer durch die Schweiz. Als dieser plötzlich streikte, starteten sie kurzerhand eine Crowdfunding-Aktion. Mit den dabei generierten Mitteln konnten sie nicht nur einen Ersatz für ihren fahrbaren Untersatz erstehen, sie betrachten die erfolgreiche Spendensammlung auch als Anerkennung für ihre Arbeit.

Mit wie viel Herzblut Michelle ihre Überzeugungen weitergibt, habe ich im Gespräch mit ihr deutlich gespürt. Umso mehr freut es mich, dass sie und Catherine weiterhin «on tour» sein werden, um Kinder, Eltern und Lehrkräfte für neue Wege zu begeistern. 

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Daniela Oliveri
Social Media Managerin
Daniela Oliveri ist Social-Media-Managerin bei der BLKB. Sie schreibt Beiträge für unsere Rubrik BLKBeinfach und über Erfolgsgeschichten aus dem Crowdfunding.

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