Ist die Zukunft digital?

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Erinnern Sie sich, wann die Post Ihre letzte Online-Bestellung bei Ihnen zu Hause zugestellt hat? Haben Sie für Ihre zuletzt getätigte Banküberweisung einen Einzahlungsschein in der Bank abgegeben oder doch lieber zwei Klicks in Ihrer E-Banking-App gemacht? Fahren Sie noch jeden Tag ins Büro oder ist Ihr Zuhause Teil Ihrer Arbeitswelt geworden? Die Digitalisierung hat uns offensichtlich bereits voll vereinnahmt. Es scheint, als sei nicht nur die Zukunft digital, sondern bereits die Gegenwart.

Reine Bequemlichkeit?

Die technologischen Entwicklungen spielen sich auf zwei Ebenen ab. Für uns Anwender bietet die Digitalisierung in erster Linie einen Mehrwert bezüglich Bequemlichkeit. Ein T-Shirt ist schnell bestellt, während wir auf den Zug warten und wir verkaufen noch eben den Hometrainer, der unbenutzt im Keller steht. Auf Seiten der Unternehmen spielt die Digitalisierung eine ungleich wichtigere Rolle. Sie kann darüber entscheiden, ob die Herstellung eines Produktes langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann und ist somit essenziell für den Fortbestand bestimmter Unternehmen. Diese können mit Hilfe digitaler Anwendungen ihre Effizienz verbessern. Wenn eine Firma Prozesse noch händisch erledigt, während die Konkurrenz dies mit digitaler Unterstützung viel schneller macht, hat sie einen Wettbewerbsnachteil. Manuelle Prozesse sind teuer und drücken auf die Marge, was sich negativ auf den Gewinnausweis auswirkt.

 

 Quelle: Bloomberg, Zeitraum: Dezember 1999 bis Juni 2020

 

In jüngster Vergangenheit zeigt sich auch immer mehr, wie mobiles Arbeiten in der Berufswelt verankert wird. Ungeplante und notfallmässig angeordnete Homeoffice-Regelungen führten nicht zum Chaos. Vielmehr wurden im Lockdown wertvolle Erfahrungen mit dezentraler Arbeit gemacht. Dies hat auch grosse Unternehmen dazu veranlasst, ihre Personaleinsatzpläne zu überarbeiten und sogar Mitarbeitende selbständig entscheiden zu lassen, ob sie im Büro oder lieber von zu Hause aus ihren Dienst tun. Zentral für diese Art zu arbeiten ist, dass der Datenzugriff von unterschiedlichen Stellen aus – teilweise über die Ländergrenzen hinaus – gewährleistet werden kann, ohne Abstriche im Anwenderkomfort oder der Datensicherheit in Kauf nehmen zu müssen.

Wie profitieren Sie als Anleger von der Digitalisierung?

Für Anleger gilt die alte Börsenweisheit, man solle in einem Goldrausch nicht selber nach Gold graben, sondern lieber die Schaufeln für die Goldgräber verkaufen. Auch in der Digitalisierung ergibt es Sinn, auf die Lösungsanbieter zu setzen:
Um eine breit diversifizierte und global aufgestellte Anlagestrategie abzurunden, kann ein Anleger in die Unternehmen investieren, die in verschiedenen Teilbereichen der Digitalisierung – dazu gehören E-Finance, Onlinehandel, Soft- und Hardware und IT-Sicherheit – tätig sind. Gerade Letzteres nimmt stark an Bedeutung zu. Alleine in der Schweiz werden pro Monat mehr als 350’000 Cyber-Angriffe registriert. Legen Hacker einen Unternehmensserver lahm, steht die Produktion und Kommunikation still, was zu finanziellem Schaden führt, den in letzter Konsequenz der Aktionär trägt. Die Anforderungen an stabile und sichere Systeme werden nicht nur von den Unternehmen selber gestellt, sondern auch die Regulatoren richten ihr besonderes Interesse auf das Thema Datensicherheit und Datenschutz.
Umsetzung

Wie bei anderen Themen ist es für Anleger sinnvoll, nicht in einzelne Titel zu investieren und darauf zu hoffen, dass man die richtigen Aktien gewählt hat. Vielmehr sollten Investoren auch hier auf Diversifikation setzen. Innerhalb der Branche Informationstechnologie kann eine breite Streuung in die beschriebenen Teilbereiche erreicht werden. Etwas schwieriger wird es aktuell bei der Streuung auf unterschiedliche Regionen, da sich die Mehrheit der Lösungsanbieter für die digitale Zukunft in den USA befinden.

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Björn Weigelt
Björn Weigelt ist Investment Specialist bei der BLKB. Er unterstützt die Kundenberatenden in allen Themen rund um die Finanzmärkte und bei Fragen zu den BLKB Anlagelösungen.

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