TUYU TOFU: Der Geschmack von Asien auf Basels Tellern

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Eigentlich ist es nur dem Heimweh von Jinhee Park zu verdanken, dass man in der Stadt am Rhein mittlerweile exzellenten Tofu erwerben kann. Denn als sie vor fünf Jahren von Korea nach Basel zog, ging es ihr mit dem beliebten Sojaerzeugnis so wie vielen Auslandschweizern mit dem Cervelat oder der Bratwurst. Zwar gab es dieses auch damals schon in unseren Breitengraden zu kaufen, von der Qualität her kam es aber nicht an das heran, was sie aus ihrer Heimat kannte. Deshalb beschloss sie kurzerhand, selbst als Produzentin tätig zu werden. Wie sie das angepackt hat und welche Rolle eine Crowdfunding-Aktion dabei spielte, hat sie mir im persönlichen Gespräch verraten.

Eine nachhaltige Erfolgsgeschichte

Bei einem Besuch im Unverpackt-Laden «Abfüllerei Basel» im Gundeldinger-Quartier entdeckte Jinhee Sojabohnen aus der Schweiz, die biologisch angebaut werden. «Für mich war das sozusagen ein Wink des Schicksals», erzählt sie. «Bald darauf habe ich den ersten Tofu hergestellt.» Und stiess damit auf Begeisterung. Ihre Freunde waren allesamt überrascht, wie gut dieser schmeckte und ermunterten sie dazu, grössere Mengen davon zu produzieren. So nahmen die Dinge ihren Lauf: Im Januar 2020 gründete sie eine GmbH, seither investiert sie den Löwenanteil ihrer Zeit in die Produktion und Weiterentwicklung ihres Angebots. Beispielsweise hat sie vor Kurzem einen Seidentofu lanciert. Das ist eine besonders cremige Variante der weissen Köstlichkeit, die sich hervorragend als Dipp, als Brotaufstrich oder für süsse Desserts wie Mousse au chocolat eignet. Dabei ist Jinhee ihren Grundsätzen immer treu geblieben. Sie verwendet ausschliesslich Rohstoffe aus der Region und setzt auf Anbieter mit einer ökologischen Arbeitsweise.

Eines für alle

Fragt man Jinhee danach, wie ihr Alltag aussieht, wird schnell klar, dass sie Vieles aus eigener Kraft stemmt. Aber ihr Mann, mit dem sie seit acht Jahren verheiratet ist, unterstützt sie, wo er kann. Doch wie ist sie auf den eingängigen Firmennamen gekommen? Ganz einfach, nebst dem Tofu-Klassiker gehörte von Beginn an auch ein Sojadrink zu Jinhees Sortiment. Dieser fungiert nun als Namensgeber für ihr Unternehmen, TUYU ist nämlich die koreanische Bezeichnung für das gesunde Getränk. Das gefiel ihr nicht zuletzt deshalb, weil es wie «für dich» auf Englisch klingt. Denn genau darum geht es ja: Ein Produkt aus Soja für alle, die gerne gut essen.

Eine Investition in den Genuss

Dass eine Crowdfunding-Aktion ihrem Betrieb zusätzlichen Schub geben könnte, haben ihr die Leute von der «Abfüllerei Basel» gezeigt, mit denen Jinhee befreundet ist. Sie hatten sich das Prinzip der Schwarmfinanzierung auch schon zu Nutze gemacht und die Neo-Unternehmerin dazu motiviert, ebenfalls ein solches ins Auge zu fassen. Dank dem so gesammelten Geld konnte Jinhee alle Maschinen kaufen, die sie für eine professionelle Tofu-Produktion benötigt. Ausserdem konnte sie in Pratteln einen geeigneten Raum dafür mieten und diesen nach ihren Bedürfnissen umgestalten. Und geht es nach Jinhee, wird die Zukunft noch leckerer: Sie plant, ihr Angebot weiter auszubauen und diverse fermentierte Produkte zu entwickeln. Dabei denkt sie insbesondere an verschiedenen Sojapasten oder Sojasaucen, die bislang von weit her importiert werden müssen. Ich jedenfalls bin gespannt und freue mich bereits jetzt darauf, meinen Mahlzeiten künftig mehr Würze verleihen zu können – und das ohne schlechtes Gewissen!

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Daniela Oliveri
Social Media Managerin
Daniela Oliveri ist Social-Media-Managerin bei der BLKB. Sie schreibt Beiträge für unsere Rubrik BLKBeinfach und über Erfolgsgeschichten aus dem Crowdfunding.

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