Vom Sitzplatz in die Steckdose

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Viele Familien träumen vom eigenen kleinen «Kraftwerk» auf dem Dach. Solarenergie kann einen wichtigen Beitrag zur Energiestrategie 2050 leisten.

Die Sonne brennt auf den Sitzplatz vor dem Haus. Nathalie und Fabian haben sich mit ihren Kindern in den Schatten zurückgezogen. Im Hochbeet vor dem Wohnzimmerfenster gedeiht der Salat. 2015 ist die Familie in das historische Bauernhaus im Oberbaselbiet gezogen. Sie haben das Haus im Innern praktisch komplett entkernt und neu ausgebaut. Die alten Balken und Steine aus den nicht mehr benötigten Wänden und Decken sind heute kunstvoll zwischen Sitzplatz und Parkplatz gestapelt und bilden eine dekorative Mauer.

Ein zweites Leben

Was alt ist, wird hier nicht einfach entsorgt, sondern wenn immer möglich anderweitig eingesetzt. Zum Beispiel die Hochbeete: Sie waren ursprünglich Badewannen. Spengler Fabian hat sie als Abfallprodukte von der Arbeit mit nach Hause genommen und ihnen ein zweites Leben verschafft.

Nachhaltigkeit ist für die Familie ein wichtiges Thema. Auch bei der Energie. Fabian war mehrere Jahre beruflich in der Montage von Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen tätig. Nun, da die Räume im Haus fertig sind, brauchte es keine langen Überlegungen, was das nächste Bauvorhaben sein soll: eine Photovoltaikanlage.

Ein hauseigenes Kraftwerk

«Uns gefällt die Vorstellung, dass wir unseren Strom selbst erzeugen können», sagt Nathalie. Ihr Mann kümmert sich um die Umsetzung des Projekts. «Wahrscheinlich wird es nicht für unseren kompletten Stromverbrauch reichen», sagt er. «Aber es ist ein Anfang».

Warum entscheiden sich Eigenheimbesitzer für eine Photovoltaikanlage? «Bei den meisten spielen ökologische Überlegungen eine Rolle», sagt Fabienne Schindler, Produktmanagerin Hypotheken und Immobilienexpertin der BLKB. «Aber auch wirtschaftliche Aspekte sind relevant.» Selbst wenn der Strompreis derzeit eher niedrig ist, lohne sich die Investition mit der Zeit. «Und die Hauseigentümer sind den Energiepreisen nicht mehr ausgeliefert.» Solarstrom-Produzenten in Sissach können den Strom, den sie nicht selbst benötigen, an die Elektra Sissach verkaufen, dieser wird als «Sissastrom» der Sissacher Bevölkerung wieder zur Verfügung gestellt.

Am Laptop die Möglichkeiten ausloten

Wer sich mit der Frage beschäftigt, wie gross eine Photovoltaikanlage sein muss, damit man den eigenen Stromverbrauch damit decken kann, ist auf sun2050.ch genau richtig. Die Plattform ist eine gemeinsame Initiative der BLKB, der Primeo Energie  und der EBL. Mit dieser Offensive wollen die Unternehmen den Anteil an Solarstrom in der Region erhöhen. Die Plattform bietet einen Leitfaden für Eigenheimbesitzer, die mit dem Gedanken spielen, sich eine Solaranlage anzuschaffen.

Es geht ganz einfach und braucht bloss einen Laptop: Die Gebäudeart und Adresse des Hauses eingeben und schon kommt man zum Abschnitt «Eignungsgrad der Dachfläche».

Die Plattform sun2050.ch berechnet aufgrund der getätigten Angaben zu Haushaltsgrösse und grossen Stromfressern wie Swimmingpool oder Elektroheizung, welche Fläche an Solarpanelen es bräuchte, um den gesamten Strombedarf selbst zu produzieren. Anschliessend können die Interessierten mit einem einfachen Schieberegler bestimmen, welchen Anteil der verfügbaren Dachfläche sie wirklich für die Stromproduktion einsetzen möchten.

Die Hitze darf draussen bleiben, die Energie gerne ins Haus

Inzwischen ist es Mittag. Die Sonne knallt nun richtig auf den Sitzplatz, selbst unter dem Sonnenschirm ist es zu heiss. Die Familie zieht sich in ihr kühles Erdgeschoss zurück. «Die dicken Mauern haben beim Umbauen ganz schön Aufwand produziert», sagt Nathalie. «Jetzt sind wir an heissen Tagen total dankbar, dass sie die Hitze zuverlässig draussen halten.» Die Energie der Sonne möchten sie künftig aber nicht nur im Garten nutzen.

Die Photovoltaikanlage soll es möglich machen.

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Nadja Schwarz
Nadja Schwarz hat Kommunikationswissenschaften und Journalistik studiert und ist heute Leiterin Unternehmenskommunikation bei der BLKB.

3 Kommentare

  1. Avatar

    und dann JAMMERN die EWs schon über ZUviel solarstrom –

    – vor allem über Mittag – und die Vergütungssaetze für Solarstrom sinken — damit auch die Motivation —

    eine doch teure Anlage anzuschaffen EnergieRwende 2050 noch weit weg — Schade

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