Leihen statt besitzen – Das Leihlager Basel macht’s möglich

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Stell dir folgende Situation vor: Du bist mit Handwerksarbeiten beschäftigt und merkst plötzlich, dass dir eine Akkubohrmaschine fehlt. Den Nachbarn danach fragen geht nicht, da dieser in den Ferien weilt. Ab Februar kann das Leihlager Abhilfe schaffen. Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne kannst du dort künftig Werkzeug, Küchengeräte, Camping-Zubehör und vieles mehr beziehen. Ich habe die Projektinitianten und Initiantinnen vor Ort besucht, um alles darüber in Erfahrung zu bringen. Natürlich habe ich sie auch gefragt, welches die Gegenstände sind, mit denen sie ihr Sortiment gerne noch erweitern möchten. Dabei kamen überraschende Antworten zu Tage.

Eine innovative Idee für Basel

Die Gründer und Gründerinnen hatten unabhängig voneinander den Wunsch, ein Leihlager zu eröffnen. Meret ist diesem Konzept das erste Mal beim Reisen in Kanada begegnet. Dabei hat sie sich gedacht, dass es so etwas eigentlich auch in ihrer Heimat geben sollte. Noël hingegen hatte bereits seit einer Weile vor, die vielen Sachen, die er über die Jahre angesammelt hat, mit anderen zu teilen. Und Felix möchte sein Werkzeug an einer zentralen Stelle ausleihen können, statt immer wieder bei verschiedenen Freunden danach zu fragen. Wie jedoch haben sich die Initianten kennengelernt?

Das Berner Vorbild

In der Hauptstadt öffnete bereits im vergangenen Jahr ein Leihladen seine Tore. Noël und Felix meldeten sich beide bei den Ladenbesitzern mit dem Wunsch, dieses Konzept für Basel zu übernehmen. Diese haben ihnen daraufhin den Kontakt des jeweils anderen vermittelt. Nach den ersten Gesprächen holte Noël Meret mit an Bord, die er schon vorher gekannt hatte. Aufgrund ihres Erlebnisses in Übersee war sie natürlich sofort wieder Feuer und Flamme für die Idee. So fanden die drei zusammen und machten sich daran, die Expansion nach Basel gemeinsam voranzutreiben.

Die Wunschobjekte der Profi-Verleiher

Als erste Amtshandlung haben Meret, Noël und Felix mittels einer Umfrage eine Liste mit einem Soll-Sortiment erstellt. Das Ergebnis erstaunt wenig: Auf den Spitzenplätzen befanden sich mehrheitlich  Werkzeuge und Gartengeräte. Ich habe die Initianten aber auch nach ihren ganz persönlichen Wunsch-Objekten gefragt. Dabei wurde einiges genannt, was ich erwartet hatte, aber auch ein paar ungewöhnliche Dinge. Nebst guten Camping- und Wandersachen und Reinigungsgeräten wünscht sich Meret beispielsweise eine Popcorn-Maschine. Auch Noël hat ein paar spezielle Utensilien im Visier: Einen Rücken-Staubsauger, eine Akku-Handkreissäge für die Holzverarbeitung und eine Tätowiermaschine.

Ein Sharing-Modell mit Zukunft

Wenn der Start geglückt ist und das Geschäft läuft, sollen ein Abholnetzwerk mit verschiedenen Stationen sowie ein Home Delivery-Dienst per Velokurier dazukommen. Bevor jedoch diese Pläne verwirklicht werden, investiert das Team das dank dem #BLKBcrowdfunding erhaltene Geld als Erstes in ein Kassensystem und in Regale.

Für mich war der Besuch im Leihlager auf jeden Fall inspirierend: Ich habe mich direkt danach in den eigenen vier Wänden nach Sachen umgeschaut, die seit Langem nur noch herumliegen. Diese werde ich im Kleinbasel an der Feldbergstrasse vorbeibringen und freue mich, wenn andere Leute sie wieder in Betrieb nehmen. Falls Du selber auch mit einer Objektspende unterstützen willst, findest Du weitere Informationen unter www.leihlager.ch/mitmachen.

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Karin Bjöörn
Marktetingspezialistin bei BLKB
Karin Bjöörn war Marktetingspezialistin bei der BLKB.

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