«Halleluja!», die Steuerklärung ist da. So fällt das Ausfüllen leichter und darauf sollten Sie 2020 besonders achten.

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Sie kommt so sicher wie das Amen in der Kirche: die Aufforderung zum Ausfüllen der Steuererklärung – mit Garantie auch dieses Jahr. Mit dem Unterschied, dass das Amen in den Kirchen nicht mehr ganz so viele Personen erreicht. Ganz im Gegensatz zur Steuerbehörde: Sie vergisst uns Erwachsene und Erwerbstätige nicht – leider. Wie das Ausfüllen der Steuererklärung leicht von der Hand geht und worauf Sie besonders achten müssen, darüber gibt Mathias Mahrer, Leiter Steuern und Nachlassplanung bei der BLKB, Auskunft.

Herr Mahrer, wie leicht fällt Ihnen als Profi das Ausfüllen der Steuererklärung?

Das kommt natürlich darauf an, wie komplex die Situation ist. Sind alle Unterlagen vorhanden, so ist das Ausfüllen bei überschaubaren Verhältnissen meist keine grosse Sache. Wird es umfangreicher, liegt die grösste Herausforderung meist darin, den Überblick zu behalten und an alle relevanten Daten zu denken.

Gerade bei komplexen Verhältnissen ist die Planung sehr wichtig, da zum Zeitpunkt der Erstellung der Steuererklärung das betroffene Jahr bereits gelaufen ist und es somit kaum mehr Möglichkeiten gibt, die Faktoren zu beeinflussen.

Was haben Sie vorgekehrt, wenn Sie anfangen?

Ich sammle während des Jahres alle für die Steuererklärung benötigten Dokumente in einem Ordner und überlege mir vor dem Ausfüllen, ob es noch etwas Aussergewöhnliches zu berücksichtigen gilt. Als Basis dient mir jeweils das Vorjahr. Das Ausfüllen mit einer Deklarationssoftware wie EasyTax vereinfacht natürlich die ganze Sache, auch wenn diese einem das Denken nicht gänzlich abnimmt.

Was ändert im 2020?

Für Liegenschaftsbesitzer ist unter Umständen die totalrevidierte Liegenschaftskostenverordnung interessant. Diese macht es möglich, energiesparende Investitionskosten auf maximal 3 Steuerperioden zu verteilen. Weitere Informationen finden Sie auf unserem Blog-Beitrag vom Mai 2019.

Weiter ist seit 1. Januar 2020 die Steuervorlage 17 in Kraft. Natürliche Personen sind davon insofern betroffen, als dass der Abzug für die Kinderdrittbetreuung auf CHF 10’000 pro Kind steigt und die privilegierte Dividendenbesteuerung auf 60% erhöht wird.

Welche Abzüge helfen Steuern zu sparen?

Wichtig ist vor allem, dass sämtliche mögliche Kosten in Abzug gebracht werden. Neben den Krankheitskosten gemäss Bescheinigung der Krankenkasse auch Auslagen für den Zahnarzt oder den Optiker. Weiter gehen auch gerne die Vermögensverwaltungskosten oder Kosten für Serviceverträge oder Versicherungen bei Liegenschaften vergessen.

Ansonsten gilt natürlich, die maximalen Beiträge in die Säule 3a zu leisten und, sofern eine Einzahlung auch aus Sicht der Vorsorge sinnvoll erscheint, Einzahlungen in die Pensionskasse vorzunehmen.

Tipp: Steuern sparen mit dem Konto Säule 3a

Eine alleinstehende Person mit Wohnsitz Liestal mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 80‘000 und jährlichen Einzahlungen von CHF 5‘000 spart pro Jahr rund CHF 1‘600 Steuern. Wird das Vorsorgekonto nach 10 Jahren aufgelöst, werden auf dem Kapital Steuern zu einem reduzierten Satz von rund CHF 1‘700 fällig. Die Ersparnis über 10 Jahre beträgt in diesem Fall ca. CHF 14‘300.

Soll ich die Steuern gleich nach Erhalt der provisorischen Steuerrechnung zahlen?

Der Kanton BL bezahlt für Vorauszahlungen einen Vergütungszins von 0.2%. Die meisten Gemeinden im Kanton sehen einen ähnlichen Zinssatz vor. Wer es sich also leisten kann, bezahlt die Steuerrechnung am besten gleich nach Erhalt.

Ratenzahlungen sind natürlich auch eine Lösung. Die schlechteste Variante ist, mit der Zahlung bis zum Erhalt der definitiven Steuerveranlagung zu warten. Die Verzugszinsen betragen doch happige 6%.

Was passiert, wenn ich die Steuerklärung im Kanton Basel-Landschaft nicht bis Ende März 2020 eingeschickt habe?

Für nicht selbständig Erwerbstätige wird eine Fristerstreckung bis 31.Mai stillschweigend gewährt und es fallen keine Kosten an. Für Fristerstreckungen, die mehr als 2 Monate über das ursprüngliche Abgabedatum hinausgehen, wird eine Gebühr von 40 Franken fällig.

Lieben Sie es, Steuern zu bezahlen?

Das wäre etwas übertrieben. Jedoch sehe ich die Notwendigkeit von Steuern und bin der Meinung, dass wir in der Schweiz ein faires Steuersystem haben. Zudem werden die Einnahmen durch Staat, Kanton und Gemeinden meist sinnvoll eingesetzt.

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Mathias Mahrer
Leiter Abteilung Steuern bei BLKB
Mathias Mahrer leitet bei der BLKB die Abteilung Steuern & Nachlassplanung. Er und sein Team beraten Kundinnen und Kunden in Steuerfragen und zu Nachlassthemen. Hier schreibt er Artikel zu aktuellen Geschehen in der Steuerlandschaft.

2 Kommentare

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    Dieter Wundrak-Gunst am

    Kann nur dies sagen, Danke. Ich wusste z.B. nicht, dass der Kanton auch etwas bezahlt. wenn man sofort bezahlt. Danke sage ich. Bei der Gemeinde Frenkendorf ist dies schon viele Jahre so der Fall, 1 % bekommt man vergütet. Darum zahle ich immer, wenn die Rechnung kommt. Eine grosse Hilfe ist mir auch immer das Steuerverzeichnis für mich und die Frau, das erleichtert auch vieles. Ich gehe davon aus, dass man es anfangs Februar zugeschickt bekommt. War auch viele Jahre beschäftigt bei der BLKB. Dann hätte ich alles, einfach noch im Februar Easy Tax aufschalten.

    Nur gesagt, so könnte ich viele Steuererklärungen für Leute im Dorf machen. Ich sage dann immer, bitte es bei der BLKB machen. Warum? Man wird älter, also auch im Computer dann zu haben viele Steuererklärungen, nein sage ich.

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    Hans Kestenholz am

    Ich bedanke mich für Ihre Tip`s und Bemühungen, sie helfen immer an alles zu denken, auch wenn im Alter manches unter die Räder kommt

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